In letzter Zeit ist mir immer wieder aufgefallen, wie oft eigentlich Smilies in der digitalen Kommunikation benutzt werden. In fast jedem Blog (auch in meinem) findet man unter dem Kasten für den Kommentar noch ein paar Smilies, mit denen man seinen Beitrag würzen kann. So im privaten Bereich finde ich das (wenn es wohldosiert ist) auch vollkommen ok, komisch wirds nur, wenn es in geschäftlichen emails vorkommt. Ich benutze fast nie Smilies in geschäftlichen mails, ausser ich duze den Kunden oder habe ein wirklich sehr (!) gutes Verhältnis zu ihm.
Und heute war so ein Fall, wo mich ein Smilie in einer mail von einem Kunden irgendwie aufgeregt hat. Da wird einem im vorausgehenden Satz mitgeteilt, dass alles, was am Freitag noch besprochen wurde und nun doch wieder ganz anders sei und der Plan somit schon wieder hinfällig (wohlgemerkt nachdem ich schon Arbeit in dieses Projekt investiert habe)… und am Ende dieses Satzes steht ein Smilie:
Da hab ich mich echt gefragt, ob der mich jetzt verarschen will. Ein Smilie setzt man dann, wenn a) etwas lustig ist, oder b) etwas nicht ganz ernst gemeint ist. Muss ich jetzt davon ausgehen, dass es der Kunde zum Schreien komisch findet, dass er mir grade den Rest des Tages versaut hat mit seiner Aussage oder dass die mail womöglich nicht ernst gemeint ist? Ich denke weder noch, aber der Smilie war in der mail so deplatziert wie die Jungfrau Maria im Sexshop.
Überhaupt denke ich, dass manche Leute die Smilies (oder Emoticons) schon als anerkanntes Satzeichen in ihren Schreib-Schatz übernommen haben. Gut, ich gebe zu, manchmal sagt ein Smilie mehr als tausend Worte, aber eben nur manchmal.
Naja, ich muss mich da wohl auch an die eigenen Nase fassen, denn ab und an ertappe ich mich dabei, dass ich die Smilies in Kommentaren und dergleichen doch recht großzügig nutze – deswegen hier nochmal ein Smilie auf Vorrat, ab heute werden es wohl weniger.













Das sagen Andere...